Andreas Brehme

* 09.11.1960 in Hamburg
† 20.02.2024

Angelegt am 20.02.2024

Über den Trauerfall (1)

Hier finden Sie ganz besondere Erinnerungen an Andreas Brehme, wie z.B. Bilder von schönen Momenten, die Trauerrede oder die Lebensgeschichte.

Andreas Brehme

20.02.2024 um 10:19 Uhr von Redaktion

Andreas "Andi" Brehme (* 9. November 1960 in Hamburg; † Februar 2024) war ein ehemaliger deutscher Fußballspieler und -trainer. Sein größter Erfolg während seiner aktiven Zeit war der Gewinn der Weltmeisterschaft 1990, bei der er im Finale den Elfmeter zum Siegtreffer verwandelte.

Karriere als Spieler
Vereine
Brehme begann seine Laufbahn im Alter von fünf Jahren beim Hamburger Verein HSV Barmbek-Uhlenhorst, hatte in Halbzeiten bei Ligaspielen des Vereins als Kind Auftritte als Ballkünstler. Er wurde von seinem Vater Bernd Brehme gefördert und spielte mit 17 Jahren unter ihm als Trainer auf der Liberoposition in Barmbek-Uhlenhorsts Oberliga-Mannschaft. Brehme durchlief eine Lehre zum Maschinenschlosser. Er bestritt ein Probetraining beim Hamburger SV, ein Wechsel kam jedoch nicht zustande, Werder Bremen beobachte ihn mehrmals.1980 ging er gemeinsam mit seinem Mannschaftskollegen Sigmund Malek zum Zweitligisten 1. FC Saarbrücken, nachdem sich Gespräche mit dem HSV hingezogen hatten. Vermittelt wurde der Wechsel nach Saarbrücken von Felix Magath, ehemaliger Spieler des 1. FC Saarbrücken und damals beim HSV.

1981 wechselte Brehme zum 1. FC Kaiserslautern in die Fußball-Bundesliga. Dank Vielseitigkeit, Beidfüßigkeit, guter Technik und trotz fehlender Schnelligkeit setzte er sich beim Bundesligisten durch und wurde Leistungsträger. 1985 legte der Hamburger SV dem 1. FC Kaiserslautern ein Angebot für Brehme vor, der angab, zur Saison 1985/86 zum HSV wechseln und damit in seine Heimatstadt zurückkehren zu wollen. Der Wechsel wurde nicht vollzogen, auch später in seiner Laufbahn spielte Brehme nie für den Hamburger SV, obwohl Brehme 1985 mit Bezug auf den Verein mit den Worten wiedergegeben wurde: "Schließlich komme ich aus Hamburg, und es wäre das größte, wenn ich einmal in dieser Mannschaft spielen würde."

Nach seiner Zeit in Kaiserslautern wechselte der Abwehr- und Mittelfeldspieler zum FC Bayern München. Die Ablösesumme in Höhe von 2 Millionen DM, die Bayern München 1986 an Kaiserslautern zahlte, um Brehme zu verpflichten, war die bis dahin höchste Summe für einen deutschen Spielertransfer innerhalb der Bundesliga. Bei Inter Mailand war er Mannschaftskamerad seiner Landsleute Lothar Matthäus sowie Jürgen Klinsmann und spielte unter Trainer Giovanni Trapattoni. 1992 erhielt Brehme von Real Saragossa einen Dreijahresvertrag, doch bereits im Frühling 1993 schied er nach einem Streit mit Trainer Victor Fernandez aus der Mannschaft. Brehme ging zur Saison 1993/94 nach Kaiserslautern zurück. Nach dem Ende der Saison 1995/96 wollte Brehme seine Laufbahn als Leistungssportler beenden, entschied sich aber um, als ihn am letzten Spieltag der Saison mit Kaiserslautern der Bundesliga-Abstieg ereilte, und führte seine Mannschaft als Kapitän und Stammspieler zum direkten Wiederaufstieg. Zum sensationellen Gewinn der Meisterschaft in der folgenden Saison 1997/98 steuerte er noch fünf Einsätze (jeweils über 90 Minuten) bei.

Erfolge als Spieler
Mit dem FC Bayern gewann Brehme 1987 die deutsche Meisterschaft. In Italien wurde Brehme 1989 als Fußballer des Jahres ausgezeichnet, 1991 errang er mit Inter Mailand den Sieg im UEFA-Pokal. Mit dem FC Kaiserslautern holte er sowohl 1996 den DFB-Pokal als auch als Bundesligaaufsteiger 1998 die deutsche Meisterschaft. 1998 beendete er seine Karriere als Fußballspieler.

Nationalmannschaft
Seinen Einstand in der A-Nationalmannschaft gab er im Februar 1984 unter Jupp Derwall in Warna gegen Bulgarien. Brehme spielte von 1984 bis 1994 in 86 Länderspielen und erzielte dabei acht Treffer. Fünf davon schoss er bei Welt- (4) und Europameisterschaften (1), darunter drei bei WM-Halbfinal- und Finalspielen. Brehme nahm an den Weltmeisterschaften 1986, 1990 und 1994 teil. Der Höhepunkt seiner Laufbahn war der Gewinn der Fußball-Weltmeisterschaft 1990, bei der er im Finale gegen Argentinien mit seinem Elfmetertor fünf Minuten vor Ende des Spiels den entscheidenden Treffer erzielte. Damit ist er der einzige Spieler, der ein WM-Finale durch einen Strafstoß in der regulären Spielzeit entschieden hat. Brehme trat zu dem Elfmeter an, da Stammschütze Lothar Matthäus Probleme mit seinem Schuh hatte und sich deshalb nicht sicher fühlte. Bei der Europameisterschaft 1992 war Brehme Kapitän der deutschen Mannschaft. Ihm wurde dieses Amt übertragen, nachdem sich Rudi Völler im ersten Turnierspiel der Deutschen den Arm gebrochen hatte. Nach der EM spielte er vorerst nicht mehr für die Nationalmannschaft, ohne aber zurückzutreten. Im November 1993 holte ihn Bundestrainer Berti Vogts in die DFB-Auswahl zurück und setzte ihn nach 17-monatiger Länderspielpause im Freundschaftsspiel gegen Brasilien ein. Bei der WM 1994 kam er nochmals in allen Spielen bis zum Ausscheiden zum Einsatz. Nach dem Turnier trat er aus der Nationalmannschaft zurück.

Seine besondere Stärke war seine Beidfüßigkeit. Er schoss beispielsweise 1986 bei der WM im Viertelfinale gegen Mexiko seinen Elfmeter mit links und verwandelte den Elfmeter im WM-Finale 1990 in Rom mit seinem rechten Fuß flach ins linke Eck.

Karriere als Trainer
Im Juni 1999 erwarb er an der Sportschule Hennef in einem Sonderlehrgang für besonders verdiente Nationalspieler die A-Trainerlizenz (Teilnehmerliste: Doris Fitschen, Bettina Wiegmann, Krassimir Balakow, Andreas Brehme, Guido Buchwald, Dieter Eilts, Bernd Hölzenbein, Eike Immel, Manfred Kaltz, Jürgen Klinsmann, Andreas Köpke, Jürgen Kohler, Stefan Kuntz, Pierre Littbarski, Joachim Löw, René Müller, Stefan Reuter, Matthias Sammer und Andreas Zachhuber).

Vom 6. Oktober 2000 bis zum 25. August 2002 war Brehme Teammanager beim Bundesligisten 1. FC Kaiserslautern. Es wurde eine Amtszeit mit Licht und Schatten: So erreichte er in seiner ersten Saison das UEFA-Cup-Halbfinale, und in der zweiten Saison egalisierte die Mannschaft den Start-Rekord des FC Bayern München (aus der Saison 1995/96) von sieben Siegen in Folge. Gleichzeitig verpasste er jedoch zweimal in Folge die Qualifikation für den internationalen Wettbewerb, und nach drei sieglosen Spielen und schwachen Leistungen zum Saisonbeginn 2002/03 wurde er schließlich entlassen. In der Saison 2004/05 trainierte er den Zweitligisten SpVgg Unterhaching. Dort trat er am 11. April 2005 zurück.

Beim VfB Stuttgart begann Brehme am 24. Juni 2005, als Co-Trainer unter Giovanni Trapattoni zu arbeiten. Aufgrund eines schlechten Rückrundenstartes wurde er mit dem gesamten Trainerstab am 9. Februar 2006 von seinen Aufgaben freigestellt.

Nach der Karriere
Brehme war für den DFB als Botschafter tätig und leitete die Aktion 1000 Mini-Spielfelder für Kinder und Jugendliche. Beruflich wurde er als Anteilseigner eines Unternehmens tätig, das Rasenplätze aus Natur- und Kunstrasen vertreibt, übernahm ebenfalls Beteiligungen an einem Sicherheitsdienst, einer Spielerberatungsagentur sowie einem Unternehmen, das Vorbereitungen auf medizinisch-psychologische Untersuchungen anbietet. Er betätigte sich als Fußballexperte bei Fernsehübertragungen und als Zeitungskolumnist. Im Februar 2017 wurde er des Weiteren Berater des serbischen Vereins Vojvodina Novi Sad. Brehme lebte in München und Italien.

Erfolge
Nationalmannschaft
Weltmeister: 1990
Vize-Weltmeister: 1986
Vize-Europameister: 1992
Verein
FC Bayern München
Deutscher Meister: 1987
Deutscher Supercupsieger: 1987
Inter Mailand
UEFA-Pokal-Sieger: 1991
Italienischer Meister: 1989
Italienischer Supercupsieger: 1989
1. FC Kaiserslautern
Deutscher Meister: 1998
Deutscher Pokalsieger: 1996
Auszeichnungen
Italiens Fußballer des Jahres (1989)
All-Star-Team der Weltmeisterschaft 1990
All-Star-Team der Europameisterschaft 1992
Einstufung als Weltklasse in der Rangliste des deutschen Fußballs: Sommer 1990
Träger des Silbernen Lorbeerblattes
1998: Verdienstorden des Landes Rheinland-Pfalz
2018: Aufnahme in die erste Elf der „Hall of Fame des deutschen Fußballs“ des Deutschen Fußballmuseums.

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