Klaus Weissroth

Klaus Weissroth

* 05.06.1936 in Saarbrücken
† 30.07.2012 in Darmstadt
Erstellt von Redaktion VRM Trauer
Angelegt am 03.08.2012
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Über den Trauerfall (2)

Hier finden Sie ganz besondere Erinnerungen an Klaus Weissroth, wie z.B. Bilder von schönen Momenten, die Trauerrede oder die Lebensgeschichte.

Klaus Weissroth

30.07.2012 um 13:59 Uhr von Linda
Foto Klaus Weissroth für Klaus Weissroth

Begnadeter Erzähler – Darmstädter Original „Muggle“ stirbt mit 76 Jahren

30.07.2012 um 10:00 Uhr von Linda

„Sein Leben war Musik“

Wo Muggle auftauchte, gab es Grund zur Freude. Mit Schnauzbart, Brille, manchmal auch Käppi und knallroten oder gelben Hosenträgern, erinnerte der am 30. Mai 1936 in Saarbrücken Geborene an Peter Lustig aus der Fernsehsendung „Löwenzahn“. Muggle kam ebenfalls so liebenswürdig, neugierig, humorvoll und erfrischend daher: ein Darmstädter Original.

Wo auch immer es um Kunst und Kultur ging, Klaus Weissroth alias Muggle war zugegen, machte zu jedem Anlass Musik. Während er früher zur Klarinette griff, spielte er in den letzten Jahren virtuos die Mundharmonika. Mehr ließ seine fortgeschrittene Parkinsonkrankheit nicht mehr zu. Am Dienstag erlag Muggle dieser Schüttellähmung, der in den letzten Lebensmonaten noch ein Krebsleiden gefolgt war.

Aufgewachsen ist Weissroth in Trier, wo sein Vater an der Werkkunstschule Grafik unterrichtete. Er studierte Architektur und gründete dort bereits einen Jazz-Klub mit. Weil Darmstadt als Mekka der Architektur galt, siedelte er 1957 nach Südhessen über. Hier stieß er auf die „Woog City Stompers“ und war als Bandmitglied sofort willkommen. Von der Band erhielt er auch den Spitznamen Muggle.

„Musik war sein Leben“, sagt Weissroths Witwe Antonella Frateschi. Doch Muggle war mehrfach begabt – unvergessen bleibt er seinen Freunden als begnadeter Geschichtenerzähler. In den letzten Jahren hatte er wieder seine Freude am Malen entdeckt: Stillleben, Selbstporträts, mediterrane Häuser, Landschaften.

Geld verdiente er sich aber mit Architektur, auch als Mitarbeiter in großen Büros. In den siebziger Jahren entdeckte er zusammen mit seinem Architektur-Partner Jochen Franz in Stettbach eine Ruine, die sie erwarben und zur „Schönen Aussicht“ ausbauten. Sie wurde 1981 eingeweiht gilt seitdem als beliebtes Ausflugsziel in der Region. Das Lokal wurde verpachtet, aber Muggle wohnte jahrelang selbst in dem charmanten Haus.

Viele Jahre leitete er dann noch ein Architekturbüro mit dem Ingenieur Peter Dahm. Klaus Weissroth hinterlässt zwei erwachsene Kinder. Am Montag, 6. August, wird er um 14 Uhr auf dem Alten Friedhof in Bessungen beigesetzt.