Renate Wingler

Renate Wingler

* 04.02.1931
† 19.07.2011
Erstellt von Redaktion VRM Trauer
Angelegt am 26.07.2011
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Gedenkkerze

Robert

Entzündet am 29.07.2011 um 09:18 Uhr

Werde Sie immer in Erinnerung behalten!

RenateWingler imJahre 1995

25.07.2011 um 20:39 Uhr von Linda
Foto RenateWingler imJahre 1995 für Renate Wingler

„Madame de la culture“

25.07.2011 um 18:40 Uhr von Linda

Nachruf – Am Dienstag (19.) starb Renate

Wingler (SPD), die Fachfrau für alles Kulturelle

„Es gab eine Fotografin namens Renate. Die hatte eine giftgrüne Vespa. Und eine total kurze Lederhose. Wenn diese Fotografin ins Stadion der 98er kam, applaudierten Tribüne und Stehplätze.“ So erinnert sich Klaus Eitel, bis 1997 Chef des Politik-Ressorts beim ECHO, an seine freischaffende Kollegin hinter der Kamera.

Am Dienstag (19.) starb Renate Wingler in ihrem 81. Lebensjahr nach einer Herzoperation in den Städtischen Kliniken – in jener Stadt, in der sie am 4.

Februar 1931 auch geboren wurde. Darmstadt lebenslänglich also,

dies jedochmit großer Empathie,wahrer Freude, trockenem Witz und sehr spezifischem Charme.

Fürs ECHO fotografierte Renate Wingler (geborene Hercher), bis sie sich 1956 in die Sozialdemokratische Partei begab und später mit ihr in all die Zusammenhänge, die zu ihrem breiten kommunalpolitischen Interesse passten.

Spitze Zunge, wacher Geist Immerhin rund 33 Jahremischte sie mit. Das wäre eine Formulierung, zu der siewohl auch selbst gegriffen hätte. Wählte sie doch soundso stets gerne den kürzesten Weg von der spontanen

Empfindung zum Wort, vom konkreten Anlass zu dessen klarer,

nicht selten umstritten-kritischer Einordnung. „Das ist meine Stadt, da weiß ich alles“, sagte sie dann. Freche, spöttelnde, mitunter auch trotzige Lebensfreude war ihr eigen, politischer Ämter-Ehrgeiz dagegen gar nicht. Zur großen Rede ansetzen, das konnte ihrem auch mal ruppigen Drang

zu Kürze mit Würze nie entsprechen.

Bei Fensterreden wurde ihr ganz schlecht: „Ich hasse diese Endlos-Debatten zur Selbstdarstellung.“ Dennoch trug sie sehr zur wirklichen Debatte in der Stadt und über die Stadt bei. 1968 kam sie in die Stadtverordnetenversammlung, 2001 verließ sie diesewieder.

Sie brachte sich ein als Bauausschussvorsitzende (zu „Madame de la culture“

Beginn der siebziger Jahre), als ehrenamtliche Stadträtin, nicht zuletzt als Kulturausschussvorsitzende.

Überhaupt: Kunst und Kultur. Ex-Oberbürgermeister Peter Benz (SPD) adelte Wingler mit der Anrede „Madame de la culture“. Und wahrlich, seit Kriegsende

hatte sie über Jahrzehnte kaum eine Theaterpremiere verpasst, im Vorstand des Kunstvereins war sie aktiv, im Keller-Klub war sie eines der „Kellerkinder“,

die über Dekaden interessiert und präsent blieben.

Unter den politischen Köpfen der Stadt war sie einer der wenigen, die sich regelmäßig bei Performances, auf Konzerten oder in Galerien zeigten. Sie redete nicht über Künstler, sondern mit Künstlern.

Durchhaltevermögen war ihr eigen. Auch beim Feiern. Die Bürgeraktion Theaterfoyer hat sie mitbegründet und deren Feste entlang der üblichen Kette von Zigaretten eisenhart durchgestanden.

Bis fünf Uhr früh. Was Genosse Hansfred Glenz urteilen ließ: „Renate Wingler ist die Letzte, die geht, und sie schließt ab.“ Nun ist Renate Wingler, ein

Darmstädter Original, endgültig gegangen. Darmstädter Echo/FREITAG, 22. JULI 2011/paul

Echo-Zeitungen (Gesamtausgabe)

vom 25.07.2011

Kondolenz

Abschied

23.07.2011 um 17:28 Uhr von Reinhold Ruths

Ich werde immer traurig, wenn ein Mensch geht, den ich gekannt habe.

Es tut mir leid.

Reinhold Ruths

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