Dieter Rummel

Dieter Rummel

* 28.06.1939
† 15.11.2013
Erstellt von Monika Rummel
Angelegt am 20.11.2013
7.713 Besuche

Kerzen (25)

Hier finden Sie alle Gedenkkerzen, die für Dieter Rummel entzündet wurden. Wir laden Sie herzlich ein, selbst eine Kerze mit einer kurzen, persönlichen Nachricht zu hinterlassen.

Gedenkkerze

Monika

Entzündet am 14.07.2019 um 15:28 Uhr

1978   -   14. Juli 1992   -   2013

Hochzeitstag. Denke heute besonders an DICH. Deine Moni.

„Und die Seele unbewacht Will in freien Flügen schweben,

Um im Zauberkreis der Nacht Tief und tausendfach zu leben.“

Hermann Hesse

Gedenkkerze

Monika

Entzündet am 04.07.2019 um 17:28 Uhr

Ein sehr liebevolles DANKESCHÖN für ALLES,
für die wertvolle Unterstützung und Gestaltung vor Ort und für die zuverlässige Pflege von Dieters Grab auf dem Alten Friedhof in Darmstadt

an Britta Boecking und Janik Hoffmann vom Blumenhaus Chrysanthem

und an Markus Dechert von Dechert Bestattungen.

Monika Rummel

Gedenkkerze

Monika

Entzündet am 28.06.2019 um 01:49 Uhr

28.06.1939 - 28.06.2019
FÜR DIETER ZUM 80. GEBURTSTAG:  

DU FEHLST MIR IMMER UND IMMER.
Seit 15.11.2013 für immer unvergessen.

DEINE LIEBLINGSSCHRIFTSTELLERIN:
MEMENTO VON MASCHA KALÉKO

Vor meinem eignen Tod ist mir nicht bang,
Nur vor dem Tode derer, die mir nah sind.
Wie soll ich leben, wenn sie nicht mehr da sind?

Allein im Nebel tast ich todentlang
Und laß mich willig in das Dunkel treiben.
Das Gehen schmerzt nicht halb so wie das Bleiben.

Der weiß es wohl, dem gleiches widerfuhr;
– Und die es trugen, mögen mir vergeben.
Bedenkt: den eignen Tod, den stirbt man nur,
Doch mit dem Tod der andern muß man leben.

(aus: Verse für Zeitgenossen)

Gedenkkerze

Monika

Entzündet am 13.06.2019 um 08:14 Uhr

Ein Finale wie ein Festival
Darmstädter Echo, 19.04.2014 / feu
Ein Finale wie ein Festival
Bühnen: Mit einem starken Programm verabschiedet sich die Komödie Tap: Das Privattheater schließt Ende Mai
Von Johannes Breckner
Die Darmstädter Theaterlandschaft wird
ärmer, die Komödie Tap gibt auf. Ende Mai, nur wenige Monate nach dem Tod seines Gründers Dieter Rummel, wird das Kinder- und Boulevardtheater geschlossen. Die Hoffnungen, mit einem erweiterten Programm ein größeres Publikum anziehen zu können, haben sich nicht erfüllt.
Ein solcher Theaterfrühling war im Tap schon lange nicht mehr. Sieben verschiedene Kinderstücke stehen im Mai auf dem Spielplan, dazu drei unterschiedliche Produktionen im Abendprogramm, außerdem mehrere Abende der hoffnungsvoll gestarteten Musikreihe "Artists in Concert". Nachdem der Gründer Dieter Rummel im November verstorben war, hatte die Tap-Mannschaft, verstärkt um Rummels Schwager Günter Eisbach, den Mut, etwas Neues zu wagen und doch an das Bewährte anzuknüpfen. Aber der Umfang der Aktivitäten war eine zu große Herausforderung. Er war von der kleinen Mannschaft, die kaum mehr Köpfe zählt als das Ensemble, nicht zu stemmen. Und auch die Hoffnungen, mit dem erweiterten Programm ein größeres Publikum anzuziehen, erfüllten sich fürs Erste nicht. Erfolg lässt sich nicht zwingen. Der Festivalmonat Mai wird der letzte sein, am Ende fällt der Vorhang über 54 Jahre Darmstädter Theatergeschichte. Die Komödie Tap wird geschlossen.
Damit hat sie ihren Gründer, Leiter, Regisseur und Hauptdarsteller Dieter Rummel (1939-2013) nur wenige Monate überlebt. Dieter Rummel und das Tap waren eins - in einer Weise, die im Theaterbetrieb wahrscheinlich einzigartig sein dürfte. Viele junge Schauspieler haben den Traum vom eigenen Theater, Rummel aber erfüllte ihn sich. Mit seinem Humor und Charme auf der Bühne, mit Zähigkeit und Begeisterungsfähigkeit im Alltag des Theatergeschäfts. Er war sich nicht zu schade, zwischen zwei Proben in der Fußgängerzone zu stehen und Handzettel zu verteilen, dabei die Menschen freundlich anzusprechen. Er hatte ein Händchen für Besetzungen, schmiedete Ensembles zusammen, fand Unterstützer, aber vor allem nahm er sein Theater in die eigene Hand und ließ es nicht mehr los.
Erst spielte das "Studio 60", benannt nach dem Gründungsjahr, im Heag-Saal an der Luisenstraße, den Rummel sich mit der Christlichen Landesbühne teilte. Nach den Vorstellungen wurde abgebaut, denn am nächsten Morgen musste der Raum frei sein für die Heag-Kochkurse. Dann folgte der Umzug, erst ins Liebighaus, dann ins damals noch sanierungsbedürftige Ernst-Ludwig-Haus auf der Mathildenhöhe. Die Lage bescherte der Bühne ihren Namen als "Theater am Platanenhain", und das Kürzel Tap blieb ihr auch nach dem Umzug in die Ruine des Landestheaters in der Innenstadt anhaften. Auch dies war nur eine Behelfsbühne, aber es war die wahrscheinlich erfolgreichste Zeit dieses Theaters - mit zwei Spielstätten, einem Spielplan, der neben den Boulevardkomödien auch behutsam ernstere Töne anschlug, einem Ensemble von stattlicher Größe und über 50 000 Besuchern im Jahr.
Auch erfolgreiche Provisorien haben ein Ende, im Mollerbau stand die Sanierung zum Staatsarchiv an, 1986 folgte der Umzug ins heutige Areal der städtischen Bauverwaltung an der unteren Bessunger Straße, wo das Tap bis heute residiert. Das Publikum zog mit, die Idee eines Boulevardtheaters überlebte selbst den schweren Schlaganfall, den Rummel 1989 erlitt. Er pausierte kürzer, als alle dachten, kämpfte sich mit bewundernswerter Zähigkeit auf die Bühne zurück, hatte gar die Chuzpe, die Beeinträchtigung in die Charakterfarben seines Spiels einzubeziehen.
An der Bessunger Straße wurde auch der konsequente Aufbau eines Repertoires für das allerjüngste Publikum betrieben. Während an vielen Bühnen die Nachfolger der emanzipatorischen Grips-Traditionen Botschaften aussandten, wandte sich Rummel den einfachen, stimmungsvollen Geschichten zu, die er für Kinder im Vorschulalter liebevoll in Szene setzte. Er überforderte sein junges Publikum nicht, aber er nahm es ernst.
Vor allem im Abendprogramm gab es indes auch schwierige Zeiten zu überstehen. Es ging ja auch Kollegen nicht besser. Die Freizeitgewohnheiten änderten sich, die klassische Boulevardkomödie wurde in der deutschen Theaterszene zur Rarität, das jüngere Publikum vergnügte sich lieber mit lautstarken Comedy-Nummern. Dieter Rummel, ein feiner Beobachter der Unterhaltungsbranche, verfolgte diese Entwicklungen. Aber er hielt an seiner Idee eisern fest, auch wenn es sein Theater nicht immer leicht hatte; ohne die Unterstützung von Rummels Frau Monika wäre dieser Theatertraum nicht zu leben gewesen. Letztlich aber war es seine Solonummer. Und so hat es eine traurige Konsequenz, dass dieses Theater seinen Gründer nur um ein halbes Jahr überleben wird. Das Publikum hat noch etliche Gelegenheiten, zu betrachten, was Darmstadt verliert - bei den Maifestspielen, mit denen sich die Darmstädter Komödie Tap noch einmal in schönster Blüte verabschiedet. Es sollte die Chance nutzen: Ein Theater wie das Tap wird Darmstadt nicht wieder bekommen.
job / Von Johannes Breckner
Quelle: Darmstädter Echo, 19.04.2014 Ressort: feu
Seite 1 von 2

Ein Finale wie ein Festival
Dokumentnummer: 2014126644630
Dauerhafte Adresse des Dokuments:
https://www.genios.de/document/DECH__e8917c2944eb2f9d6324d51053a0397fd0dbcd9f
Alle Rechte vorbehalten: (c) Echo Zeitungen GmbH
© GBI-Genios Deutsche Wirtschaftsdatenbank GmbH
Seite 2 von 2

Gedenkkerze

Monika

Entzündet am 13.06.2019 um 08:01 Uhr

 

Der Traum vom Boulevard am Woog
Darmstädter Echo, 16.11.2013 / feu
Der Traum vom Boulevard am Woog
Nachruf: Dieter Rummel, Gründer, Intendant und Hauptdarsteller der Komödie Tap, stirbt im Alter von 74 Jahren
Von Johannes Breckner
Die Darmstädter Theaterszene hat ihren Komödianten verloren. Am Freitag ist Dieter Rummel, Gründer, Regisseur und Hauptdarsteller der Komödie Tap, im Alter von 74 Jahren gestorben.
Es gab im Leben von Dieter Rummel viele Tage, die seine Wandlungsfähigkeit auf die Probe stellten. Morgens saßen die Kinder im Parkett, und er bändigte als Meister Eder den quirligen Pumuckl. Abends spielte er dann einen Schwerenöter, meist in erotisch ziemlich verwickelten Geschichten. Und über viele Jahre sah man ihn zwischendrin in der Stadt. Meistens hatte er Handzettel dabei, mit denen er für sein Theater warb. Dieter Rummel wusste: Man muss zu den Menschen gehen, wenn die Menschen umgekehrt ins Theater kommen sollen. Seinem Stammpublikum wird Dieter Rummel fehlen: Am Freitag ist der Gründer, Intendant, Regisseur und Hauptdarsteller der Komödie Tap nach kurzer, schwerer Krankheit gestorben. Er wurde 74 Jahre alt.
Was Dieter Rummel leistete, lässt sich am besten mit dem altmodischen Wort des Prinzipals beschreiben. Er hatte sein eigenes Theater ja auch selbst erfunden. Der Bub aus dem Watzeviertel, Jahrgang 1939, hatte schon früh einen Hang zur Schauspielerei. Eine Rolle bei der Hessischen Spielgemeinschaft im Lustspiel "Aus dem Bub werd nix" gab den Anstoß. Aus dem Bub wurde etwas: Dieter Rummel, tagsüber Kaufmannslehrling im Speditionswesen, nahm abends Privatstunden bei Friedrich Isterling vom Landestheater, dem Regie-Assistenten von Karlheinz Stroux. Später wechselte er an eine Schauspielschule in Wiesbaden.
Zum Wissen um die Kunst des Witzes gesellte sich Gründergeist. Im Jahr 1960 erfand Dieter Rummel, anfangs noch gemeinsam mit dem späteren Radiomann Werner Klein, das "Studio 60", benannt nach dem Gründungsjahr. Zum Start gab es Komödien von Curt Goetz, gespielt wurde im Heag-Saal an der Luisenstraße. Bald folgte der Umzug ins Liebighaus, und weil Rummel schnell zur festen Größe der heiteren Unterhaltung wurde, konnte er eine feste Spielstätte im Ernst-Ludwig-Haus auf der Mathildenhöhe beziehen. Die Bäume in der Nachbarschaft gaben der Bühne ihren Namen, der bis heute im Kürzel Tap fortlebt. Das "Theater am Platanenhain" spielte gehobenen Boulevard, eine Farbe, die das Programm des Landestheaters ergänzte und das Publikums erfreute.
Als der Staatstheater-Neubau eröffnet wurde und das Orchester nicht mehr in der Ruine des Mollerbaus probte, konnte das Tap in die Innenstadt ziehen. Die Jahre im Mollerbau waren wohl die Zeit der größten Erfolge. Zeitweise unterhielt das Tap sogar zwei Spielstätten, eine davon in der ehemaligen Kellerkneipe der Theaterruine, und das Ensemble wuchs auf bis zu 14 Schauspieler. 1986, als sich eine neue Nutzung für den Mollerbau abzeichnete, folgte der Umzug in das heutige Domizil an der unteren Bessunger Straße. Das Publikum zog auch an diesen Ort mit.
So groß die Ensembles aber waren: Letztlich war das Tap eine Solonummer von Dieter Rummel. Als Schauspieler hatte er eine charmante Ausstrahlung und die Gabe feiner Komik. Als Regisseur besaß er ein Gespür für Typen und Timing, als Intendant hatte er ein Händchen für Texte, die beim Publikum ankommen, auch für jenes Maß an Freizügigkeit, die man mit dem ebenfalls etwas altmodischen Begriff der Frivolität umschreibt.
Das Tap und Dieter Rummel waren eins. Darum traf es dieses Privattheater auch besonders hart, als Rummel von einem Schicksalsschlag getroffen wurde. Wenige Tage nach seinem 50. Geburtstag erlitt er einen schweren Schlaganfall. Schlimmer noch als die halbseitige Lähmung war für ihn die Aphasie, die Störung der Fähigkeit, das richtige Wort zu finden. Für Rummel stand schnell fest, dass er wieder auf die Bühne wollte. Er trainierte sich mit eisernem Willen, Tochter Beate, die mit ihm schon auf der Bühne gestanden hatte, brachte den "Kleinen Hey" an, das Standard-Lehrwerk zur Kunst des Sprechens.
Das half. Nach einem halben Jahr stand Rummel wieder auf seiner Bühne, erst in kleinen Rollen, dann in größeren. Ganz der Alte wurde er nicht mehr. Aber er hatte den jungenhaft spitzbübischen Ton nicht verloren, und es gelang ihm, die von ihm dargestellten Typen seiner Art zu spielen anzupassen und so eine neue Charakterfarbe ins Ensemble zu bringen.
Neben seiner Zähigkeit war es die unermüdliche Hilfe seiner Frau Monika, die dem Theater das Überleben rettete. Und die konsequente Arbeit an einem Repertoire für das ganz junge Publikum, das auf dieser Bühne so gut bedient wird wie in keinem anderen Theater. Das Tap hatte in den letzten Jahren die Zeit der großen Erfolge hinter sich. Die Zahl der Zuschauer, in den besten Jahren waren es um die 50 000, hatte sich halbiert. Die Menschen wollten immer noch lachen, aber neben das klassische Boulevardtheater, wie Rummel es pflegte, war die große Comedy-Szene mit ihrem oft viel grobschlächtigeren Witz getreten.
Rummel verfolgte diese Entwicklung sehr aufmerksam. Und wenn er auch den Spielplan der vergangenen Jahre mit Autoren bereicherte, die in den Pointenschmieden des Fernsehens ihre Erfahrung gesammelt hatten, blieb er doch seinem Lebenstraum treu: dass es in der Stadt am Woog ein Boulevardtheater geben müsse.
Für diesen Freitag war wieder eine Premiere angesetzt. Wenige Stunden zuvor ist Dieter Rummel im Krankenhaus gestorben. Es war in seinem Sinne, dass die Aufführung trotzdem über die Bühne ging und die Nachricht von seinem Tod erst nach dem Schlussbeifall bekannt wurde.
johannes.breckner / Von Johannes Breckner
Seite 1 von 2

Der Traum vom Boulevard am Woog
Quelle: Darmstädter Echo, 16.11.2013
Ressort: feu
Dokumentnummer: 2013124993285
Dauerhafte Adresse des Dokuments:
https://www.genios.de/document/DECH__3afe1212c6d953f537f379c82d8ce6a06d11e231
Alle Rechte vorbehalten: (c) Echo Zeitungen GmbH
© GBI-Genios Deutsche Wirtschaftsdatenbank GmbH
Seite 2 von 2

Weitere laden...